Ihr Heizkörper wird nicht warm? In den meisten Fällen steckt eines von drei Dingen dahinter: Luft im Heizkörper, ein klemmendes Thermostatventil oder zu wenig Druck in der Heizung. Alle drei können Sie in wenigen Minuten selbst prüfen, die ersten beiden in der Regel auch selbst beheben. Bleibt der Heizkörper danach kalt, liegt das Problem tiefer, etwa in der Einstellung der Heizung oder in der Verteilung des warmen Wassers. Dann ist der Fachbetrieb gefragt.
Das Wichtigste in Kürze
- Oben kalt, unten warm und dazu ein Gluckern: Das ist Luft. Entlüften hilft.
- Bleibt der Heizkörper überall kalt, prüfen Sie zuerst den Stift im Thermostatventil. Er klemmt gern nach dem Sommer.
- Den Druck lesen Sie am Manometer der Heizung ab. Bei kalter Anlage sind im Einfamilienhaus meist 1 bis 1,5 bar richtig.
- Werden nur die Räume oben oder am Ende eines Strangs nicht warm, deutet das auf einen fehlenden hydraulischen Abgleich hin.
- Druckverlust, Wasser am Boden, wiederkehrende Störungen oder Gasgeruch sind Fälle für den Fachbetrieb.
Heizkörper wird nicht warm? Erst die Ursache eingrenzen
Zwei Fragen bringen Sie schnell auf die richtige Spur. Ist nur ein Heizkörper betroffen oder das ganze Haus? Und wo genau ist er kalt, oben, unten oder überall? Die Tabelle ordnet die häufigsten Fälle ein.
Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Selbst prüfen? |
|---|---|---|
Oben kalt, unten warm, gluckert | Luft im Heizkörper | Ja: entlüften, danach Druck prüfen |
Überall kalt, auch die Zuleitung | Thermostatventil klemmt oder ist zu | Ja: Thermostatkopf abnehmen, Stift prüfen |
Oben warm, unten deutlich kühler | normal, wenn das Thermostat nur halb offen ist | Ja: Thermostat aufdrehen und abwarten |
Alle Heizkörper kalt, Warmwasser geht | Sommerbetrieb, Zeitprogramm oder Heizkurve | Betriebsart ja, Heizkurve eher Fachbetrieb |
Alle kalt, auch kein Warmwasser | Störung, zu wenig Druck oder kein Brennstoff | Störanzeige und Druck ablesen, Reparatur Fachbetrieb |
Oben im Haus oder am Ende des Strangs kühl | kein hydraulischer Abgleich, Druck zu niedrig | Druck ablesen ja, Abgleich Fachbetrieb |
Druck fällt immer wieder ab | undichte Stelle, Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil | Nein, Fachbetrieb |
Luft im Heizkörper: So entlüften Sie richtig
Luft kommt vor allem nach dem Nachfüllen von Wasser oder nach Arbeiten an der Anlage ins System. Sie steigt nach oben und sammelt sich am höchsten Punkt des Heizkörpers. Deshalb bleibt er oben kalt, während unten warmes Wasser fließt. Auch das typische Gluckern kommt von der Luft.
Zum Entlüften brauchen Sie einen Entlüftungsschlüssel mit Vierkant, dazu ein Glas und ein Tuch. So gehen Sie vor:
- Drehen Sie alle Thermostatventile ganz auf und schalten Sie die Umwälzpumpe aus, bei den meisten Anlagen über die Heizung selbst.
- Warten Sie 30 bis 60 Minuten. In dieser Zeit sammelt sich die Luft oben im Heizkörper.
- Halten Sie Glas und Tuch unter das Entlüftungsventil. Es sitzt oben an der Seite des Heizkörpers.
- Setzen Sie den Schlüssel an und öffnen Sie das Ventil langsam gegen den Uhrzeigersinn, bis die Luft zischend entweicht. Weniger als eine halbe Umdrehung reicht.
- Kommt Wasser ohne Luftblasen, drehen Sie das Ventil wieder zu. Vorsicht, das Wasser kann heiß sein.
- Entlüften Sie so alle betroffenen Heizkörper und beginnen Sie mit dem, der am höchsten liegt.
- Schalten Sie die Heizung wieder ein und prüfen Sie den Druck am Manometer. Ist er zu niedrig, muss Wasser nachgefüllt werden.
Typische Fehler beim Entlüften
- Zange oder Schraubendreher statt Schlüssel: Der kleine Vierkant dreht schnell rund, danach lässt sich das Ventil nicht mehr richtig schließen.
- Ventil zu weit aufgedreht: Im schlimmsten Fall kommt der Ventileinsatz heraus, und Heizungswasser läuft unkontrolliert aus.
- Druck nicht geprüft: Nach mehreren Heizkörpern kann Wasser in der Anlage fehlen, und die Heizung arbeitet schlechter als vorher.
- Verschraubung gelöst: Hat ein Heizkörper kein Entlüftungsventil, lösen Sie bitte keine Überwurfmutter am Anschluss. Das endet leicht mit einem Wasserschaden oder Verbrühungen.
Müssen Sie immer wieder entlüften, gelangt ständig Luft in die Anlage. Häufige Gründe sind ein zu niedriger Druck oder ein defektes Ausdehnungsgefäß. Das sollte sich ein Fachbetrieb ansehen.
Das Thermostatventil klemmt
Bleibt der Heizkörper überall kalt, kommt gar kein warmes Wasser hinein. Der häufigste Grund ist der Ventilstift unter dem Thermostatkopf. War das Thermostat den Sommer über zugedreht, sitzt er im Herbst gern fest.
So prüfen Sie ihn: Drehen Sie das Thermostat auf die höchste Stufe und nehmen Sie den Kopf ab. Je nach Modell lösen Sie dazu eine Überwurfmutter oder einen Klemmring, Wasser tritt dabei nicht aus. Darunter sitzt ein kleiner Metallstift. Drücken Sie ihn vorsichtig hinein. Federt er von selbst wieder heraus, ist er gängig. Steckt er fest, klopfen Sie mit dem Griff eines Schraubendrehers leicht darauf und bewegen ihn ein paar Mal. Ziehen Sie ihn nie mit der Zange heraus.
Ein beweglicher Stift heißt allerdings nicht automatisch, dass das Ventil öffnet. Manchmal klebt die Dichtung darunter am Ventilsitz. Bleibt der Heizkörper trotz gängigem Stift kalt, muss das Ventiloberteil getauscht werden, und das ist Arbeit für den Fachbetrieb.
Wurde am Heizkörper gearbeitet, ist vielleicht die Rücklaufverschraubung unten am Heizkörper noch geschlossen. An ihr ist bei vielen Anlagen die Wassermenge für den hydraulischen Abgleich eingestellt. Drehen Sie daran nicht auf gut Glück, sonst ist die Einstellung verloren.
Zu wenig Druck in der Heizung
Fehlt Wasser in der Anlage, kommt das warme Wasser oben im Haus nicht mehr zuverlässig an. Den Druck zeigt das Manometer an der Heizung, eine runde Anzeige mit Zeiger oder ein Wert im Display. Lesen Sie ihn am besten ab, wenn die Heizung kalt ist.
Welcher Wert richtig ist, hängt von der Höhe Ihres Hauses ab. Heizungsbauer rechnen mit 0,1 bar je Meter zwischen Heizung und oberstem Heizkörper plus einem Zuschlag von etwa 0,5 bar. Steht die Heizung im Keller und der oberste Heizkörper sieben Meter höher, sind das rund 1,2 bar. Im Einfamilienhaus liegt der Druck bei kalter Anlage deshalb meist zwischen 1 und 1,5 bar, im Betrieb steigt er etwas an. Bei vielen Anlagen ist der richtige Bereich auf dem Manometer markiert.
Wasser nachfüllen: nur mit dem richtigen Anschluss
Heizungswasser darf nie zurück ins Trinkwasser gelangen. Deshalb schreibt die Norm DIN EN 1717 zwischen Trinkwasserleitung und Heizung einen Systemtrenner vor. Einen Schlauch einfach vom Wasserhahn an den Füllhahn der Heizung zu hängen, ist nicht zulässig. Viele moderne Heizungen haben eine eingebaute Nachfülleinrichtung. Lassen Sie sich das Nachfüllen am besten einmal vom Fachbetrieb zeigen.
Warnsignal Druckverlust: Müssen Sie regelmäßig Wasser nachfüllen, verliert die Anlage irgendwo Wasser, oder das Ausdehnungsgefäß ist defekt. Mit jeder Füllung kommen außerdem Sauerstoff und Kalk ins System, die Kessel und Pumpe auf Dauer schaden. Steigt der Druck umgekehrt bis in die Nähe von 3 bar, rufen Sie ebenfalls den Fachbetrieb. Bei diesem Wert öffnet an den meisten Heizungen in Einfamilienhäusern das Sicherheitsventil.
Trotz Entlüften nicht warm: Das kann es noch sein
Sie haben entlüftet, der Ventilstift bewegt sich, und der Druck stimmt, trotzdem bleibt es kühl? Dann steckt die Ursache in der Heizung selbst oder darin, wie das Wasser im Haus verteilt wird.
- Sommerbetrieb oder Zeitprogramm: Im Sommerbetrieb macht die Heizung nur warmes Wasser. Das ist ein typischer Grund, wenn alle Heizkörper kalt bleiben, aber warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Prüfen Sie Betriebsart und Zeitprogramm am Regler.
- Heizkurve zu niedrig: Dann reicht die Vorlauftemperatur an kalten Tagen nicht aus. Kleine Korrekturen können Sie mit der Anleitung Ihrer Heizung selbst vornehmen. Sind Sie unsicher, lassen Sie das den Fachbetrieb einstellen, denn die Heizkurve bestimmt auch den Verbrauch.
- Kein hydraulischer Abgleich: Heizkörper nahe der Heizung werden heiß, die oben oder am Ende des Strangs bleiben kühl. Entlüften hilft hier nicht, die Wassermengen müssen richtig eingestellt werden. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Hydraulischer Abgleich.
- Pumpe defekt oder zu schwach eingestellt: Dann bekommen vor allem die entfernten Heizkörper zu wenig warmes Wasser.
- Schlamm im Heizkörper: Bleibt ein Heizkörper bei voll geöffnetem Thermostat unten dauerhaft kalt, haben sich dort womöglich Ablagerungen gesammelt. Dann muss er gespült werden.
Wurde die Heizung gerade erneuert und einzelne Räume bleiben kalt, gehören zwei Dinge geprüft: ob noch Absperrventile geschlossen sind und ob die Anlage abgeglichen wurde. Nachbessern muss der Betrieb, der die Heizung eingebaut hat.
Wärmepumpe: Lauwarme Heizkörper sind normal
Mit einer Wärmepumpe fühlen sich Heizkörper nur lauwarm an. Das ist so gewollt. Die Wärmepumpe arbeitet mit niedriger Vorlauftemperatur, meist 35 bis 55 °C, und heizt dafür länger. Entscheidend ist, ob der Raum warm wird. Wie heiß sich der Heizkörper anfühlt, sagt bei einer Wärmepumpe wenig. Bleibt ein Raum trotzdem kühl, kann der Heizkörper für die niedrige Temperatur zu klein sein. Wie Sie das prüfen, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung.
Fußbodenheizung wird nicht warm
Eine Fußbodenheizung hat im Raum keine Entlüftungsventile. Die Suche beginnt deshalb beim Raumthermostat und am Heizkreisverteiler, einem Kasten in der Wand, etwa im Flur oder Hauswirtschaftsraum.
- Raumthermostat: Leere Batterien oder ein verstellter Regler sind schnell ausgeschlossen.
- Stellantriebe am Verteiler: Die kleinen Aufsätze auf den Ventilen öffnen die einzelnen Heizkreise. Ist einer defekt, bleibt genau dieser Raum kalt. Der Tausch gehört in Fachhände.
- Durchflussmesser: Zeigt ein Heizkreis keinen Durchfluss, ist er geschlossen oder zugesetzt. Verstellen Sie die Werte bitte nicht, sie gehören zum hydraulischen Abgleich.
- Geduld: Eine Fußbodenheizung braucht nach dem Einschalten Stunden, bis sie spürbar warm wird.
Mietwohnung: Was Sie selbst tun dürfen
Heizkörper entlüften, den Thermostatkopf abnehmen und den Ventilstift prüfen dürfen Sie als Mieter in der Regel selbst. Alles darüber hinaus, etwa Wasser nachfüllen oder Ventile tauschen, ist Sache des Vermieters oder der Hausverwaltung. Bleibt es kalt, müssen Sie den Mangel unverzüglich melden, so verlangt es § 536c BGB. Am besten schriftlich, damit Sie es belegen können.
Wann Sie den Fachbetrieb rufen sollten
Bis hierhin können Sie viel selbst klären. In diesen Fällen sollten Sie es nicht weiter versuchen:
- Sie riechen Gas. Öffnen Sie die Fenster, betätigen Sie keine Schalter, verlassen Sie das Haus und rufen Sie von draußen den Störungsdienst Ihres Gasnetzbetreibers oder die 112.
- Der Druck fällt immer wieder ab oder steigt stark an.
- An Heizkörper, Ventil oder Heizung tritt Wasser aus.
- Die Heizung zeigt eine Störung, die nach ein- bis zweimaligem Entstören wiederkommt.
- Einzelne Räume bleiben trotz Entlüften, gängigem Ventil und richtigem Druck kalt.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, lohnt die regelmäßige Heizungswartung. Dabei prüft der Fachbetrieb auch Druck und Ausdehnungsgefäß, sodass solche Probleme auffallen, bevor die Heizkörper kalt bleiben.
Heizkörper bleiben kalt? Wir finden die Ursache.
Beim Heizungscheck prüfen wir Ihre Anlage, tauschen defekte Ventile und Dichtungen direkt aus und sagen Ihnen, ob ein hydraulischer Abgleich nötig ist. Ihr Heizungsfachbetrieb aus Salzgitter-Bad für Salzgitter, Braunschweig und Umgebung.
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Häufige Fragen
Meist ist Luft im Heizkörper, oder der Stift im Thermostatventil klemmt. Sind vor allem Heizkörper im Obergeschoss oder am Ende eines Strangs betroffen, fehlt oft der hydraulische Abgleich, oder der Druck in der Anlage ist zu niedrig.
Dann ist Luft wahrscheinlich nicht das Problem. Prüfen Sie den Ventilstift unter dem Thermostatkopf und den Druck am Manometer. Stimmt beides, kommen eine zu niedrige Heizkurve, die Pumpe, ein fehlender hydraulischer Abgleich oder ein festsitzendes Ventil infrage. Das klärt der Fachbetrieb.
Ihr Körper spürt auch die Temperatur von Wänden, Fenstern und Boden. Sind diese Flächen kalt, etwa bei ungedämmten Außenwänden oder großen alten Fenstern, frieren Sie trotz 22 Grad Raumluft. Zugluft verstärkt das. Und die Zahl am Thermostat ist kein Thermometer: Stufe 3 steht nur ungefähr für 20 Grad.
Ja. Typische Fehler sind Zange oder Schraubendreher statt Entlüftungsschlüssel, ein zu weit aufgedrehtes Ventil und der vergessene Blick aufs Manometer danach. Hat ein Heizkörper kein Entlüftungsventil, lösen Sie keine Verschraubung, sondern rufen den Fachbetrieb.
Drehen Sie das Thermostat ganz auf, schalten Sie die Umwälzpumpe aus und warten Sie 30 bis 60 Minuten. In dieser Zeit steigt die Luft nach oben zum Entlüftungsventil.
Besser nicht. Die Umwälzpumpe sollte aus sein, sonst drückt sie die Luft weiter durch die Rohre. Der Heizkörper darf noch warm sein, dann ist aber Vorsicht geboten, weil heißes Wasser austreten kann.
An einem Gluckern im Heizkörper und daran, dass er oben kalt bleibt, während er unten warm ist. Besonders häufig passiert das nach dem Nachfüllen von Wasser oder nach Arbeiten an der Heizung.
Im Einfamilienhaus bei kalter Anlage meist 1 bis 1,5 bar. Als Faustregel gelten 0,1 bar je Meter Höhe zwischen Heizung und oberstem Heizkörper plus etwa 0,5 bar. Im Betrieb steigt der Druck etwas an, oft ist der richtige Bereich am Manometer markiert.


