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Wärmepumpe im Altbau: Voraussetzungen, Kosten & echte Erfahrungen 2026

Lohnt sich eine Wärmepumpe auch in meinem Altbau? Wir klären Sie über die Voraussetzungen auf.

Bernd Lücke

22. Juli 2026

Wärmepumpe Altbau - Lohnt sich das?

Eine Wärmepumpe funktioniert in den allermeisten Altbauten, auch ohne Komplettsanierung. Nicht das Baujahr entscheidet, sondern ob Ihr Haus am kältesten Tag des Jahres mit rund 55 °C Vorlauftemperatur warm wird. Ist das der Fall, lohnt sich die Wärmepumpe im Altbau in aller Regel. Rechnen Sie mit 20.000 bis 35.000 € inklusive Einbau. Davon übernimmt die KfW bis zu 70 %, höchstens 19.600 €. Unterm Strich bleibt meist ein Eigenanteil von 12.000 bis 22.000 €.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Fraunhofer-Feldtest fand keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Ein Haus von 1965 kann besser laufen als eines von 1995.
  • Der wichtigste Test kostet Sie nichts: Drehen Sie an einem kalten Tag den Kessel auf 55 °C herunter und schauen Sie, ob es warm bleibt.
  • Kosten: 20.000–35.000 € inkl. Einbau · Förderung bis 70 %, max. 19.600 € · Eigenanteil typisch 12.000–22.000 €.
  • In Salzgitter-Bad sollten Sie vor der Investition kurz die kommunale Wärmeplanung prüfen. Wo Fernwärme ankommt, kann sie die günstigere Wahl sein.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau überhaupt?

Ja, in den meisten Fällen. Eine Wärmepumpe lohnt sich im Altbau, wenn das Haus mit maximal 55 °C Vorlauftemperatur beheizt werden kann und ein Aufstellort für die Außeneinheit vorhanden ist. Dämmung und Fußbodenheizung helfen, sind aber keine Bedingung.

Diese Aussage stützt sich nicht auf Prospektversprechen, sondern auf Messdaten. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat über vier Jahre 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen und die Ergebnisse im November 2025 veröffentlicht. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, erdgekoppelte Anlagen 4,3. Der entscheidende Satz aus der Studie: Ein Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Gebäudes und der Effizienz der Anlage ließ sich nicht feststellen.

Quelle: Fraunhofer ISE, Feldtest zu Wärmepumpen im Gebäudebestand, veröffentlicht November 2025.

Das räumt mit dem hartnäckigsten Missverständnis auf: „Erst dämmen, dann Wärmepumpe” ist als pauschale Regel falsch. Was wirklich zählt, sind Heizlast, Heizflächen und eine saubere Einregulierung. Ein gut geplantes System in einem Haus von 1965 schlägt ein schlecht geplantes im Neubau.

Die Spannbreite in der Studie zeigt aber auch die Kehrseite: Bei Luft-Wasser-Geräten reichten die Werte von 2,6 bis 4,9. Der Unterschied zwischen dem schlechtesten und dem besten Ergebnis bedeutet fast doppelte Stromkosten. Ob Ihre Wärmepumpe am oberen oder unteren Ende landet, entscheidet sich in der Planung, nicht beim Gerätekauf.

Voraussetzungen: Wann funktioniert die Wärmepumpe im Altbau?

Vier Dinge müssen stimmen. Keines davon hat mit dem Baujahr zu tun.

1. Vorlauftemperatur: Der 55-Grad-Test

Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Temperatur des Heizwassers ist. Als Faustwert gilt: Bis 55 °C Vorlauftemperatur läuft sie wirtschaftlich. Darüber wird es teuer, weil die Wärmepumpe mehr Strom für dieselbe Wärme braucht.

Den Test können Sie selbst machen, kostenlos, an einem richtig kalten Tag im Januar oder Februar. Stellen Sie die Vorlauftemperatur Ihres Kessels auf 55 °C und lassen Sie sie dort. Wird jeder Raum warm genug? Dann ist Ihr Haus wärmepumpentauglich, so wie es ist. Bleiben ein oder zwei Räume kalt, brauchen Sie dort größere Heizkörper, nicht zwangsläufig eine Dämmung.

Praxistipp: Machen Sie den Test über mehrere Tage und drehen Sie die Thermostatventile voll auf. Ein einzelner Abend sagt wenig aus, weil die Wände des Hauses noch Wärme gespeichert haben.

2. Heizlast: Rechnen statt schätzen

Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die Ihr Haus am kältesten Tag braucht, gemessen in Kilowatt. Sie ist die Grundlage für die Auslegung der Wärmepumpe. Wird sie über den Daumen geschätzt, wird das Gerät fast immer zu groß. Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet; also schaltet sich ständig ein und aus. Das kostet Effizienz und Lebensdauer.

Eine ordentliche Heizlastberechnung erfolgt raumweise nach DIN EN 12831. Sie kostet ein paar hundert Euro und ist die beste Investition des gesamten Projekts.

3. Reichen die vorhandenen Heizkörper?

Häufiger, als die meisten denken: Ja. Alte Guss- und Plattenheizkörper wurden früher großzügig ausgelegt, oft für 70 °C oder mehr. Läuft die Anlage heute bei 55 °C, geben sie weniger Wärme ab. In vielen Räumen reicht das trotzdem, weil zwischenzeitlich Fenster getauscht oder das Dach gedämmt wurde.

In der Praxis müssen selten alle Heizkörper raus. Meist sind es zwei bis fünf in den kritischen Räumen, typischerweise Bad und Nordzimmer. Ein Austausch gegen Niedertemperatur-Heizkörper kostet pro Stück etwa 400 bis 900 € inklusive Montage. Das ist deutlich günstiger als eine Fußbodenheizung im ganzen Haus.

Wie Sie das im Detail prüfen und welche Heizkörper sich eignen, steht in unserem ausführlichen Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung.

4. Aufstellort, Schall und Stromanschluss

Die Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht Platz und freie Luftzirkulation. Zwei Punkte werden regelmäßig unterschätzt:

  • Schall. In einem allgemeinen Wohngebiet gilt nachts ein Richtwert von 35 dB(A) am Fenster des Nachbarn. Moderne Geräte schaffen das, wenn Aufstellort und Abstand stimmen. In enger Reihenhausbebauung wird es knifflig; hier muss vorher gerechnet werden.
  • Strom. Die Wärmepumpe braucht einen eigenen Stromkreis, oft einen separaten Zähler und je nach Alter der Elektroinstallation einen neuen Zählerschrank.

Dazu kommen die Abstandsregeln der Niedersächsischen Bauordnung zur Grundstücksgrenze. Klären Sie das frühzeitig.

Wann sich eine Wärmepumpe im Altbau (noch) nicht lohnt

Wir verkaufen Wärmepumpen. Trotzdem raten wir in manchen Situationen davon ab, oder zumindest dazu, noch zu warten. Diese Fälle kommen häufiger vor, als es Hersteller- und Vergleichsportale zugeben:

  • Es kommt Fernwärme. Der Rat der Stadt Salzgitter hat die kommunale Wärmeplanung am 20. Mai 2026 beschlossen. Darin gelten neben Lebenstedt auch Salzgitter-Bad, Thiede und Gebhardshagen als grundsätzlich für Fernwärme geeignet. „Grundsätzlich geeignet” heißt nicht „kommt sicher” und schon gar nicht „kommt nächstes Jahr”. Aber wenn Ihre Heizung noch ein paar Jahre durchhält, lohnt ein Anruf beim Versorger, bevor Sie 25.000 € investieren.
  • Ihr Haus braucht dauerhaft über 70 °C. Das kommt vor, meist bei unsanierten Häusern mit kleinen Heizkörpern. Dann brauchen Sie entweder größere Heizflächen oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe. Beides kostet. Rechnen Sie ehrlich, ob sich das gegen eine Übergangslösung trägt.
  • Die Kernsanierung steht ohnehin an. Wenn Sie in zwei Jahren Fenster, Dach und Fassade machen, ändert sich die Heizlast erheblich. Eine heute passend ausgelegte Wärmepumpe wäre dann zu groß. Erst dämmen, dann rechnen, dann kaufen.
  • Ihre Gasheizung ist drei Jahre alt. Ein funktionierender, moderner Brennwertkessel wird nicht wirtschaftlicher, wenn man ihn vorzeitig herauswirft. Die Förderung gleicht das selten aus.
  • Der Schallschutz ist nicht lösbar. Bei sehr enger Bebauung ohne verwertbaren Aufstellort ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe manchmal schlicht keine gute Idee.

Ob Ihr Fall dazugehört, lässt sich in einem Gespräch meist in zwanzig Minuten klären. Eine ausführliche Abwägung finden Sie unter Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?

Welche Wärmepumpe für den Altbau?

Für den Altbau kommen vier Bauarten infrage. In rund acht von zehn Fällen wird es eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil sie ohne Bohrung und Genehmigung auskommt.

Bauart

Typische JAZ

Mehrkosten ggü. Luft-Wasser

Geeignet für

Luft-Wasser

ca. 3,4

-

Der Standard. Kein Bohren, kein Genehmigungs­verfahren, überall aufstellbar.

Sole-Wasser (Erdsonde)

ca. 4,3

+ 8.000–15.000 €

Grundstück mit Platz, Wunsch nach maximaler Effizienz, kein Schallthema.

Wasser-Wasser

ca. 4,5–5,0

+ 10.000–18.000 €

Selten. Braucht ergiebiges Grundwasser und eine wasserrechtliche Erlaubnis.

Hochtemperatur (Propan)

ca. 2,8–3,2

+ 1.000–3.000 €

Altbauten, die 65–75 °C brauchen und wo Heizkörpertausch nicht infrage kommt.

Quelle: JAZ-Werte für Luft-Wasser und Sole-Wasser: Fraunhofer ISE, Feldtest 2025. Übrige Werte sind Erfahrungswerte aus der Praxis.

Eine „beste Wärmepumpe für den Altbau” als Gerät gibt es nicht. Die Unterschiede zwischen den großen Herstellern sind kleiner als die Unterschiede zwischen guter und schlechter Planung. Sparen Sie lieber am Datenblatt als an der Heizlastberechnung.

Und was ist mit Hybridheizungen?

Eine Hybridlösung koppelt Wärmepumpe und Gaskessel: Die Wärmepumpe deckt den Großteil des Jahres ab, der Kessel springt an den kältesten Tagen ein. Das klingt nach dem Besten aus beiden Welten und ist manchmal genau richtig, etwa wenn der Gaskessel noch jung ist.

Ehrlicherweise muss man aber dazu sagen: Sie haben zwei Anlagen und damit auch immer zwei Wartungen und zwei Schornsteinfeger-Termine; und Sie bleiben am Gaspreis samt CO₂-Kosten hängen. Als Dauerlösung rechnet sich das selten, als Brücke über zehn Jahre manchmal schon. Um herauszufinden, ob eine Hybridlösung bei Ihnen Sinn macht, sollten Sie sich unbedingt vom Fachmann beraten lassen.

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Altbau 20.000 bis 35.000 € inklusive Einbau, vor Förderung. Für ein typisches 120-m²-Haus liegt der Schwerpunkt bei 26.000 bis 30.000 €. Im unsanierten Altbau liegen die Kosten etwa 20 bis 40 % höher als im gut sanierten Haus.

Position

Typische Spanne

Wärmepumpe (Gerät)

8.000 – 16.000 €

Montage, Hydraulik, Pufferspeicher, Material

7.000 – 15.000 €

Demontage und Entsorgung des Altkessels

2.000 – 4.000 €

Heizkörpertausch (2–5 Stück)

800 – 4.500 €

Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich

500 – 1.200 €

Elektroanschluss, ggf. neuer Zählerschrank

500 – 2.000 €

Fundament, Aufstellung, Schallschutzmaßnahmen

500 – 2.000 €

Summe (typischer Altbau)

20.000 – 35.000 €

Quelle: Geräte- und Montagekosten nach ADAC-Marktübersicht 2026; Rückbaukosten nach gruenes.haus 2026. Übrige Positionen sind Erfahrungswerte und schwanken je nach Objekt. Verbindlich wird es erst nach einer Aufnahme vor Ort.

Was kostet eine Wärmepumpe für ein 120-m²-Altbau-Haus?

Ein Rechenbeispiel für ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 120 m², Baujahr 1972, neue Fenster, gedämmte oberste Geschossdecke, Plattenheizkörper:

  • Gesamtkosten inklusive Einbau und drei neuer Heizkörper: rund 28.000 €
  • Förderung: Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 16 % = 46 % von 28.000 € = 12.880 €
  • Eigenanteil: rund 15.100 €

Kommt ein Einkommensbonus dazu, sinkt der Eigenanteil auf bis zu 8.400 €. Ohne den Klimageschwindigkeitsbonus, also wenn Ihre alte Heizung noch keine 20 Jahre alt ist, steigt er auf rund 19.600 €.

Stromverbrauch und Betriebskosten im Altbau

Eine Wärmepumpe im Altbau verbraucht je nach Zustand des Hauses 3.000 bis 8.000 kWh Strom pro Jahr. Die Rechnung dahinter ist simpel: Jahreswärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Die JAZ sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom macht. Eine JAZ von 3,4 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 3,4 kWh Wärme.

Gebäudestandard (120 m²)

Wärmebedarf

Realistische JAZ

Stromverbrauch

Stromkosten*

Unsaniert, Baujahr vor 1978

ca. 24.000 kWh

3,0

ca. 2.000 €

ca. 2.000 €

Teilsaniert (Fenster, Dach)

ca. 18.000 kWh

3,4

ca. 5.300 kWh

ca. 1.325 €

Gut saniert

ca. 12.000 kWh

3,8

ca. 3.200 kWh

ca. 800 €

Saniert mit Fußbodenheizung

ca. 8.400 kWh

4,2

ca. 2.000 kWh

ca. 500 €

* Rechenbeispiel mit 25 ct/kWh Wärmepumpenstrom. Wärmepumpentarife lagen 2026 zwischen 21 und 27 ct/kWh. Die JAZ-Werte orientieren sich am Fraunhofer-Feldtest 2025; Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt von Heizverhalten, Warmwasser und Einregulierung ab.

Zwei Stellschrauben senken die Stromrechnung spürbar. Die erste ist ein eigener Wärmepumpentarif: Weil die Netzentgelte reduziert sind und einzelne Umlagen entfallen, liegt er meist 8 bis 12 Cent unter dem Haushaltsstrompreis. Die zweite ist eine Photovoltaikanlage. Sie deckt zwar im tiefsten Winter wenig – in den Übergangsmonaten dagegen – einen erheblichen Teil des Wärmepumpenstroms ab. Wie sich das mit einem Speicher rechnet, haben wir in unserem Ratgeber zu Photovoltaik mit Speicher für Sie durchgerechnet.

Wärmepumpe oder Gasheizung im Altbau?

Heizen mit einer Wärmepumpe ist im Altbau in der Regel günstiger als mit Gas, trotz des höheren Strompreises. Der Grund ist die Effizienz: Ein Gasbrennwertkessel macht aus 1 kWh Gas etwa 0,9 kWh Wärme, eine Wärmepumpe aus 1 kWh Strom rund 3,4 kWh.

Für unser teilsaniertes 120-m²-Haus mit 18.000 kWh Wärmebedarf:

Gasbrennwert

Wärmepumpe

Energiebedarf

ca. 20.000 kWh Gas

ca. 5.300 kWh Strom

Kosten pro Jahr

ca. 2.300 €

ca. 1.325 €

Rechenbeispiel, Stand Juli 2026. Gaspreis inklusive CO₂-Kosten für Bestandskunden. Ohne Grundgebühren, Wartung und Schornsteinfeger.

Rund 1.000 € Unterschied pro Jahr. Und die Schere dürfte sich weiter öffnen. 2026 bewegt sich der nationale CO₂-Preis in einem gesetzlich festgelegten Korridor zwischen 55 und 65 € pro Tonne. 2027 läuft dieser nationale Emissionshandel noch weiter. Ab 2028 greift dann der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2), und dort bildet sich der Preis frei am Markt, ohne Deckel. Was Gas dann kostet, weiß heute niemand.

Quelle zum CO₂-Preis: Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), Versteigerungsphase nEHS ab 2026 sowie Ausblick EU-ETS 2. Der Start des EU-ETS 2 wurde im November 2025 von 2027 auf 2028 verschoben.

Förderung 2026: Was sich am 21. Juli geändert hat

Die KfW fördert den Heizungstausch weiterhin mit bis zu 70 % Zuschuss über das Programm 458. Zum 21. Juli 2026 hat sich allerdings einiges verschoben. Wer die alten Konditionen noch mitgenommen hat, hat Glück gehabt; für alle anderen gilt jetzt:

Baustein

bis 20.07.2026

seit 21.07.2026

Grundförderung

30 %

Klimageschwindigkeitsbonus (Heizung ≥ 20 Jahre)

Klimageschwindigkeitsbonus (Heizung ≥ 20 Jahre)

20 %

16 %

Einkommensbonus

30 % (bis 40.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen)

40 % (bis 30.000 €) · 30 % (bis 40.000 €) · 10 % (bis 50.000 €)

Effizienzbonus

5 %

entfällt

Familienzuschlag

-

neu (Einkommensanrechnung wird gemindert)

Maximale Förderquote

70 %

70 %

Förderfähige Kosten (1. Wohneinheit)

30.000 €

28.000 €

Maximaler Zuschuss

21.000 €

19.600 €

Quelle: KfW, Pressemitteilung zur Anpassung der BEG-Produkte, Juli 2026, sowie KfW-Produktseite „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)”. Stand: Juli 2026.

Drei Punkte, die in den Tabellen untergehen und trotzdem Geld kosten:

  • Der Klimageschwindigkeitsbonus schrumpft weiter. Ab 1. Februar 2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Wer eine alte Heizung hat, verschenkt mit jedem Jahr Wartezeit Fördergeld.
  • Auch der Kostendeckel sinkt. Die förderfähigen Kosten gehen ab Februar 2027 alle sechs Monate um weitere 750 € zurück.
  • Der neue Familienzuschlag senkt das anrechenbare Haushaltseinkommen für Familien mit minderjährigen Kindern und kann Sie damit in eine bessere Bonusstufe heben. Die genaue Ausgestaltung sollten Sie im Einzelfall bei der KfW oder Ihrem Energieberater prüfen.

Ab 2027 kommt außerdem ein Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen aus EU-Fertigung hinzu. Ob Ihr Wunschgerät darunter fällt, klären wir im Beratungsgespräch.

Was gilt eigentlich rechtlich? Bundestag und Bundesrat haben am 10. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Es löst das Gebäudeenergiegesetz ab und streicht die 65-Prozent-Regel ersatzlos, ebenso die 30-Jahre-Austauschpflicht. In Kraft tritt es am Tag nach seiner Verkündung im Bundesgesetzblatt. Eine Pflicht, Ihre Heizung auszutauschen, gibt es damit nicht. Was das im Einzelnen bedeutet, steht in unserem Beitrag zum Heizungsgesetz 2026, den wir laufend aktuell halten.

Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Altbau

In den meisten Altbauten ja. Der Fraunhofer-Feldtest von 2025 fand keinen Zusammenhang zwischen dem Baujahr eines Hauses und der Effizienz der Wärmepumpe. Es kommt darauf an, dass Ihr Haus mit rund 55 °C Vorlauftemperatur warm wird und die Anlage sauber ausgelegt ist, nicht darauf, ob die Fassade gedämmt ist.

Je nach Zustand des Hauses 3.000 bis 8.000 kWh im Jahr. Ein teilsanierter 120-m²-Altbau mit 18.000 kWh Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 kommt auf rund 5.300 kWh. Bei einem Wärmepumpentarif von 25 ct/kWh sind das etwa 1.325 € Stromkosten pro Jahr.

Rund 28.000 € inklusive Einbau und einiger neuer Heizkörper. Mit Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus (46 %) bleiben etwa 15.100 € Eigenanteil. Kommt ein Einkommensbonus dazu, sinkt der Eigenanteil auf bis zu 8.400 €.

In der Regel ja. Für ein teilsaniertes 120-m²-Haus liegen die Gaskosten bei rund 2.300 € pro Jahr, die Stromkosten der Wärmepumpe bei etwa 1.325 €. Der Abstand dürfte wachsen, weil der CO₂-Preis ab 2028 im europäischen Emissionshandel (ETS 2) frei am Markt gebildet wird und nicht mehr gedeckelt ist.

Nein. Vorhandene Heizkörper reichen häufiger, als man denkt, weil sie früher großzügig ausgelegt wurden. Meist müssen nur zwei bis fünf Heizkörper in kritischen Räumen getauscht werden. Das kostet einen Bruchteil einer Fußbodenheizung im ganzen Haus.

Nicht zwingend. Machen Sie zuerst den 55-Grad-Test: Wenn Ihr Haus an einem kalten Tag mit 55 °C Vorlauftemperatur warm wird, brauchen Sie keine Dämmung als Voraussetzung. Bleiben einzelne Räume kalt, sind größere Heizkörper meist der günstigere Weg.

In rund acht von zehn Fällen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil sie ohne Bohrung und Genehmigung auskommt. Eine Erdsonde erreicht bessere Jahresarbeitszahlen, kostet aber 8.000 bis 15.000 € mehr. Braucht Ihr Haus dauerhaft über 65 °C, ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe die Alternative zum Heizkörpertausch.

In einem normalen Wohngebiet gilt nachts ein Richtwert von 35 dB(A) am Fenster des Nachbarn. Moderne Geräte halten das ein, wenn Aufstellort und Abstand stimmen. In enger Reihenhausbebauung sollte der Schall vorab berechnet werden.