Eine Badewanne zur Dusche umbauen kostet in der Regel 3.000 bis 6.000 €. Mit einem Duschelement und einer Wandverkleidung schafft ein eingespieltes Team das an einem Tag. Eine geflieste bodengleiche Dusche braucht dagegen drei bis fünf Arbeitstage, weil Abdichtung und Fliesenkleber trocknen müssen. Wer einen Pflegegrad hat, bekommt bis zu 4.180 € Zuschuss von der Pflegekasse.
Das Wichtigste in Kürze
- Fast jede Wanne lässt sich zur Dusche umbauen. Es scheitert selten am Wollen, manchmal an der Aufbauhöhe des Bodens.
- „An einem Tag” ist möglich, aber nur ohne gefliesten Duschboden. Das ist kein Trick, sondern Physik: Abdichtung braucht Trocknungszeit.
- Pflegekasse: bis 4.180 € je pflegebedürftiger Person, ab Pflegegrad 1. Antrag vor der Auftragsvergabe.
- Ohne Duschtür brauchen Sie mindestens 120 × 120 cm, bei zwei offenen Seiten eher 160 cm Seitenlänge.
Kann man jede Badewanne zur Dusche umbauen?
In den allermeisten Bädern ja. Die Wannennische hat fast immer ein passendes Format: Eine Standardwanne misst 170 × 75 cm, daraus wird eine großzügige Dusche. Wasserzulauf und Abfluss liegen bereits dort, wo sie gebraucht werden.
Drei Dinge entscheiden, wie aufwendig es wird:
- Die Aufbauhöhe des Bodens. Eine echte bodengleiche Dusche braucht 10 bis 15 cm Platz für Gefälle, Abdichtung und Ablauf. In Massivdecken ist das meist da. In Altbauten mit Holzbalkendecke oft nicht.
- Die Lage des Ablaufs. Bleibt er, wo er ist, wird es günstig. Muss er versetzt werden, kommen Boden- und Leitungsarbeiten dazu.
- Der Zustand von Wand und Leitungen. Was hinter den Fliesen zum Vorschein kommt, sieht man vorher nicht. Alte Leitungen ersetzt man besser gleich mit.
Wenn bodengleich nicht geht: Bei zu geringer Aufbauhöhe, typisch bei Holzbalkendecken, gibt es zwei ehrliche Alternativen. Entweder eine extraflache Duschwanne mit rund 2,5 cm Einstieg, die fast wie bodengleich wirkt. Oder ein Duschelement aus Hartschaum, das mit sehr geringer Bauhöhe auskommt. Wer Ihnen ohne Blick auf den Bodenaufbau eine bodengleiche Dusche verspricht, hat nicht nachgesehen.
Wie kann ich meine Badewanne mit einer Dusche nachrüsten?
Es gibt drei Wege, und sie unterscheiden sich stark in Preis und Wirkung:
- Duschwand auf die Wanne. Die günstigste Lösung, ab etwa 300 €. Sie duschen weiterhin in der Wanne und müssen über den Rand steigen. Für die Barrierefreiheit bringt das nichts.
- Tür in die Wanne einsetzen. Ein Ausschnitt wird in die vorhandene Wanne geschnitten und eine dichtende Tür eingeklebt, meist 1.500 bis 2.500 €. Der Einstieg wird niedriger, ein Restrand bleibt. Die Dichtung ist ein Verschleißteil.
- Wanne raus, Dusche rein. Der eigentliche Umbau, 3.000 bis 6.000 €. Nur dieser Weg führt zu einem wirklich schwellenlosen Einstieg und ist damit der einzige, den die Pflegekasse in voller Höhe als wohnumfeldverbessernde Maßnahme anerkennt.
Ablauf und Dauer: Schritt für Schritt
So läuft ein Umbau bei uns ab. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar, weil jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut.
- Aufmaß und Bestandsprüfung. Wir öffnen die Revisionsklappe, prüfen Bodenaufbau, Ablaufhöhe und Leitungen. Danach steht fest, ob bodengleich möglich ist. Dauer: ein Termin.
- Demontage und Entsorgung. Wanne raus, Fliesen im Umbaubereich ab, Bauschutt weg. Ein halber bis ein Tag.
- Untergrund vorbereiten. Boden absenken oder Duschelement einbauen, Gefälle von mindestens 2 % zum Ablauf herstellen.
- Ablauf und Leitungen anpassen. Rinne oder Punktablauf setzen, Zuleitungen und Armatur vorbereiten.
- Abdichten nach DIN 18534. Verbundabdichtung auf Boden und Wandflächen im Duschbereich. Hier wird nicht gespart und nicht gedrängelt. Die Abdichtung muss trocknen.
- Fliesen oder Wandverkleidung. Fliesen verlegen und den Kleber aushärten lassen, üblicherweise 24 Stunden. Alternativ eine fugenlose Wandverkleidung, die sofort belastbar ist.
- Verfugen und Silikon. Wieder Trocknungszeit, meist eine Nacht.
- Montage. Armatur, Glaswand, Haltegriffe, Duschsitz. Haltegriffe nur in tragfähigen Untergrund.
- Abnahme. Dichtheitsprüfung, Gefälle kontrollieren, Übergabe. Danach ist die Dusche nutzbar.
Wann der Umbau an einem Tag klappt und wann nicht
„Wanne raus, Dusche rein an einem Tag” ist ein echtes Angebot und kein Marketingmärchen. Aber es gilt unter Bedingungen, die selten dazugesagt werden.
An einem Tag machbar, wenn … | Mehrere Tage nötig, wenn … |
|---|---|
ein vorgefertigtes Duschelement oder eine flache Duschwanne eingesetzt wird | der Duschboden gefliest werden soll |
die Wände mit fugenlosen Platten verkleidet werden statt gefliest | eine Verbundabdichtung aufgebaut wird, die trocknen muss |
der Ablauf an seiner Stelle bleibt | der Ablauf versetzt oder der Estrich geöffnet wird |
die Nische die Maße der neuen Dusche hergibt | Leitungen marode sind oder alte Bausubstanz überrascht |
Der Grund ist banal: Fliesenkleber braucht rund 24 Stunden, Fugenmasse und Silikon noch einmal eine Nacht. Wer eine geflieste bodengleiche Dusche in acht Stunden verspricht, kürzt bei der Abdichtung. Der Schaden zeigt sich nicht sofort, sondern in zwei Jahren an der Wand des Nachbarraums. Deshalb sagen wir lieber drei Tage und halten sie ein.
Was kostet der Umbau von der Badewanne zur Dusche?
Ein Umbau von der Badewanne zur Dusche kostet 3.000 bis 6.000 €. Muss der Boden aufgebaut oder der Ablauf versetzt werden, sind bis zu 8.000 € realistisch. Die reine Duschwanne auf dem alten Untergrund liegt am unteren Rand, die geflieste bodengleiche Dusche in der Mitte.
Variante | Kosten | Dauer |
|---|---|---|
Flache Duschwanne, Wandverkleidung, Ablauf bleibt | 3.000 – 4.500 € | 1 – 2 Tage |
Bodengleiche Dusche, gefliest, Ablauf bleibt | 4.500 – 6.500 € | 3 – 5 Tage |
Bodengleich mit Bodenaufbau, versetztem Ablauf oder neuen Leitungen | 6.500 – 8.000 € | 1 – 2 Wochen |
Und so verteilt sich das Geld innerhalb eines typischen Umbaus:
Position | Typische Spanne |
|---|---|
Demontage der Wanne, Fliesenabbruch, Entsorgung | 300 – 700 € |
Duschelement oder Duschwanne inkl. Ablauf | 400 – 1.500 € |
Abdichtung nach DIN 18534 | 300 – 800 € |
Fliesen- und Bodenarbeiten | 800 – 2.000 € |
Duschabtrennung aus Glas | 400 – 1.200 € |
Armatur, Brause, Haltegriff, Duschsitz | 300 – 1.000 € |
Marktübersichten 2026, ergänzt um Erfahrungswerte aus der Praxis. Verbindlich wird es nach einem Aufmaß vor Ort, weil der Bodenaufbau den Preis stärker bewegt als die Ausstattung. Wie sich das in eine komplette Sanierung einordnet, steht im Ratgeber Badsanierung Kosten.
Bodengleiche Dusche: Maße und die Frage nach der Duschtür
Eine Standardwanne von 170 × 75 cm hinterlässt eine Nische, aus der eine Dusche von rund 170 × 80 bis 90 cm wird. Das ist deutlich mehr Fläche, als die meisten Duschkabinen bieten.
Wie groß muss eine Dusche sein, damit man keine Duschtür braucht?
Wasser spritzt bis zu 120 cm weit. Deshalb gilt: Eine Dusche mit einer offenen Seite braucht mindestens 120 × 120 cm. Ist sie zu zwei Seiten offen, sollten die Seitenlängen bei etwa 160 cm liegen. Die Tiefe von der Armatur bis zum offenen Rand sollte 120 cm nicht unterschreiten.
Eine feste Glaswand ohne Tür ist fast immer die bessere Wahl als eine Kabine: Sie ist leichter zu reinigen, versperrt keinen Weg und lässt sich mit einem Rollator passieren. Ganz ohne Abtrennung wird es in einem 170 cm langen Bad allerdings nass. Welche Maße für ein vollständig barrierefreies Bad gelten, steht im Ratgeber Barrierefreies Bad planen.
Zuschüsse und Förderung für den Badumbau
Für den Umbau von der Badewanne zur Dusche gibt es drei Töpfe. Sie sind kombinierbar, solange nicht derselbe Kostenanteil zweimal gefördert wird.
Quelle | Höhe | Bedingung |
|---|---|---|
Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI) | bis 4.180 € je Person, bei bis zu vier Berechtigten im Haushalt bis 16.720 € | anerkannter Pflegegrad 1 bis 5, Antrag vor Auftragsvergabe |
KfW 455-B, Einzelmaßnahme | 10 % der Kosten, max. 2.500 € | kein Pflegegrad nötig, Antrag vor Auftragsvergabe |
Steuerbonus (§ 35a EStG) | 20 % der Lohnkosten, max. 1.200 € im Jahr | nur für Kosten ohne andere Förderung |
Quellen: Bundesgesundheitsministerium (Zuschüsse zur Wohnungsanpassung) und KfW, Produkt 455-B. Stand: Juli 2026.
Bei einem Umbau für 5.000 € und einem Pflegegrad bleiben nach dem Zuschuss der Pflegekasse also 820 € übrig. Das ist der Grund, warum sich viele Familien den Umbau überhaupt leisten können.
Drei Fehler, die den Zuschuss kosten: Erstens den Auftrag erteilen, bevor der Antrag gestellt ist. Dann ist das Geld weg, ohne Ausnahme. Zweitens die oft zitierten 6.250 € der KfW einplanen: Die gelten nur für den Vollstandard „Altersgerechtes Haus”, für eine einzelne Dusche sind es 2.500 €. Drittens auf Portale vertrauen, die noch 4.000 € Pflegekassen-Zuschuss nennen. Es sind 4.180 €.
Wie Sie den Antrag konkret stellen und welche Unterlagen die Pflegekasse sehen will, steht im Ratgeber Förderung für ein barrierefreies Bad. Wir übernehmen den Papierkram auf Wunsch mit.
Kostenlose Beratung inklusive Zuschuss-Check
Wir sehen uns Ihr Bad an, prüfen den Bodenaufbau und sagen Ihnen, was geht und was es kostet. Dazu klären wir, welcher Zuschuss Ihnen zusteht, und stellen den Antrag auf Wunsch für Sie.
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Häufige Fragen zum Umbau der Badewanne zur Dusche
In der Regel 3.000 bis 6.000 €. Eine flache Duschwanne mit Wandverkleidung liegt bei 3.000 bis 4.500 €, eine geflieste bodengleiche Dusche bei 4.500 bis 6.500 €. Muss der Boden aufgebaut oder der Ablauf versetzt werden, sind bis zu 8.000 € möglich.
In fast jedem Bad ja. Wasserzulauf und Abfluss liegen bereits in der Wannennische. Entscheidend sind die Aufbauhöhe des Bodens und die Lage des Ablaufs. Bei Holzbalkendecken reicht die Höhe für eine echte bodengleiche Dusche oft nicht, dann kommt eine extraflache Duschwanne infrage.
Drei Wege: eine Duschwand auf die Wanne setzen (ab etwa 300 €), eine Tür in die vorhandene Wanne einsetzen lassen (1.500 bis 2.500 €) oder die Wanne ausbauen und eine Dusche einbauen (3.000 bis 6.000 €). Nur der letzte Weg macht den Einstieg wirklich schwellenlos.
Mindestens 120 × 120 cm bei einer offenen Seite. Ist die Dusche zu zwei Seiten offen, sollten die Seitenlängen bei etwa 160 cm liegen. Wasser spritzt bis zu 120 cm weit, deshalb sollte die Tiefe 120 cm nicht unterschreiten. Eine feste Glaswand ohne Tür genügt meist.
Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € je pflegebedürftiger Person als wohnumfeldverbessernde Maßnahme. Ohne Pflegegrad gibt es den KfW-Zuschuss 455-B mit 10 % der Kosten, höchstens 2.500 €. Beide Anträge müssen vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
Mit einem vorgefertigten Duschelement und einer fugenlosen Wandverkleidung ja. Bei einer gefliesten bodengleichen Dusche nicht: Die Verbundabdichtung muss trocknen, Fliesenkleber braucht etwa 24 Stunden, Fugen und Silikon noch eine Nacht. Rechnen Sie dann mit drei bis fünf Arbeitstagen.
Nicht zwingend. Wenn die vorhandene Aufbauhöhe 10 bis 15 cm hergibt, lässt sich das Gefälle darin herstellen. Reicht sie nicht, hilft ein flaches Duschelement aus Hartschaum. Erst wenn auch das nicht passt oder der Ablauf versetzt werden muss, wird der Estrich geöffnet.


